KOROKAN

Das Zeremonienhaus im Japanischen Garten wurde im Eröffnungskorokan (鴻鵬館) getauft, was einen Ort der Ruhe und Unterkunft für Reisende bedeutet. Alle im Zeremonienhaus verwendeten Materialien sind natürlichen Ursprungs: Naturstein, Holz, Bambus, Ton und Papier. Für die Bedachung wurden Tonziegel und Dachschiefer aus reinem (rotem) Kupfer verwendet.

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Die Eingangshalle ist der einzige Raum, der traditionell gepflastert ist und mit Schuhen betreten werden kann. Der Raum für die Teezeremonie ist im westlichen Stil, in dem Sie auf Bänken sitzen können, anstatt im traditionellen japanischen Stil, in dem Sie auf den Knien auf der Tatami sitzen.

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INNEN

Der Empfangsraum und das Wohnzimmer sind beide mit Tatami (畳) bedeckt, dem traditionellen Bodenbelag Japans. Der Wohnraum ist ein offener Raum, nicht nur, weil die Japaner dies im warmen und feuchten Klima Japans vorgezogen hätten. Viel wichtiger ist die Suche nach einer kontinuierlichen Beziehung des Individuums zu seiner Umwelt. Der Einsatz von Schiebetüren macht dies möglich und schafft einen Innenraum, der sich voll in den umliegenden Garten und die Landschaft einfügt. Die Offenheit ermöglicht es Ihnen, jedes Naturerlebnis im Haus selbst zu erleben. Das japanische Gartenkonzept geht davon aus, dass der Garten vor dem Hintergrund der fernen Landschaft vom Wohnraum aus bewundert werden soll. Eingang, Veranda und Wohnraum gehen sozusagen in den Garten über.

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Von der japanischen Heimat aus bleibt der Himmel normalerweise für den Betrachter hinter den mit Papier verklebten Schiebetüren und den weit entfernten Dachkanten verborgen. Der Garten und die Landschaft können nur in einem breiten horizontalen Rahmen bewundert werden. Diese horizontale Erfahrung steht im Gegensatz zu der westlichen Erfahrung, die auf Vertikalität basiert. Die Westler schließen sich einem Gott an, der das Universum umfasst. Das Hauptziel in unserem Leben ist es, den (hohen) Himmel zu erreichen: Die Unendlichkeit liegt daher für uns im vertikalen Raum. In den östlichen Religionen wollen die Menschen den Himmel nicht erreichen. Sie betonen den Horizont oder die Unendlichkeit. Für sie ist das Universum ein Kreis, der keinen Anfang und kein Ende hat.

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DIE VERANDA

Die weit überhängenden Traufe dienen natürlich dem Schutz der Menschen vor Regen, sind aber in erster Linie als Sonnenschutz gedacht. Die hervorstehenden Dachkanten verhindern, dass die Sonne die Innenräume stark aufheizt, und die Dachkante sorgt dafür, dass nur reflektiertes Licht in die Wohnung gelangt und keine harten Schatten entstehen.

Nicht nur der ständige visuelle Kontakt mit der Außenwelt ist in der traditionellen japanischen Architektur von wesentlicher Bedeutung. Andere Sinneserfahrungen sind genauso wichtig. Der Wind hat dank des offenen Raums und der zahlreichen Öffnungen im Dach und unter dem Boden freie Hand. Infolgedessen erfährt der Bewohner immer das Geräusch des Windes. Das Geräusch des Regens ist auch nicht durch alle Arten von technischen Vorkehrungen isoliert. Sie planen sogar bewusst alle Arten von Einrichtungen, um diesen Klang weiter zu verbessern. Die spezielle Konstruktion der Außenwände und die Verwendung des ultradünnen Papiers in den Shoji-Gleitwänden verhindert nicht das Eindringen von Geräuschen. Die vom Wind berührten Blätter der Bäume ragen an diesen Wänden hervor, während die Vögel im Inneren singen. Der Innenraum scheint sich vollständig in seine natürliche Umgebung einzufügen.

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